Nach unserem Spaziergang in Bamberg fuhren wir zu unserem nächsten Ziel. Dies war die Stadt Würzburg, die etwa 100 Kilometer westlich von Bamberg liegt.

Würzburg ist mit seinen 127.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Bayerns. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt und ihre Erwähnung gehen auf das Jahr 704 zurück.

In den wenigen Tagen, die wir dort waren, haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt hauptsächlich zu Fuß erkundet. Es ist eine wunderschöne Stadt und es gibt viel zu sehen. Wir waren beeindruckt, dass es so viele Kirchen gab, dass sie nebeneinander standen und an jeder Ecke aus dem Boden schossen. Wie wir später erfuhren, gibt es in der Stadt über 60 Kirchen.

Wenn man sich in den zentralen Teil der Stadt begibt, findet man dort die meisten Sehenswürdigkeiten.

Ein toller Ort zum Spazierengehen ist die Würzburger Residenz – ein schöner Garten und die Möglichkeit, im Schatten eines Baumes zu sitzen. Wenn Ihr mit dem Auto anreist, gibt es einen großen gebührenpflichtigen Parkplatz vor der Residenz, auf dem Ihr parken könnt. Wenn Ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seid, gibt es auch hier Bushaltestellen direkt vor der Residenz. Nun, wir waren zu Fuß unterwegs, also sind wir überall hin gelaufen.

Die Würzburger Residenz ist ein Hauptwerk der süddeutschen Barockarchitektur und eines der bedeutendsten Schlösser Europas. Bereits 1981 wurde sie von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Residenz Würzburg

Residenz Würzburg

Die Residenz wurde in der Zeit von 1720 bis 1744 nach Plänen von Balthasar Neumann erbaut. Im Jahr 2020 jährt sich die Grundsteinlegung der Residenz zum 300. An der Ausschmückung der Residenz waren zahlreiche namhafte Künstler beteiligt, darunter der Stuckateur Antonio Bossi und der bedeutendste Freskenmaler der Zeit, der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, der das größte zusammenhängende Fresko der Welt im Treppenhaus schuf. Unterstützt wurde Neumann von Lucas von Hildebrandt aus Wien und Maximilian von Welsch aus Mainz. Als die Stadt am 16. März 1945 zerstört wurde, blieben das Treppenhaus, der Weiße Saal, der Kaisersaal und der Gartensaal erhalten. Die im reichsten Rokokostil eingerichteten Paradesäle wurden restauriert und die Möbel und Wandteppiche fast vollständig erhalten. Die Restaurierung dauerte fast 40 Jahre. Von den rund 340 Zimmern der Residenz sind 42 zu Ausstellungsräumen umfunktioniert worden. Teile der Residenz werden auch von der Universität und dem Martin von Wagner Museum genutzt.

Von der Residenz aus gingen wir zur Festung Marienberg, aber natürlich kamen wir auf dem Weg dorthin an einigen anderen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Eine davon war der Dom von St. Kilian. Der Dom ist die viertgrößte romanische Kirche in Deutschland und ein Hauptwerk der deutschen Architektur aus der Zeit der salischen Kaiser. Die Bauarbeiten begannen um 1040 und die östlichen Türme wurden 1237 fertiggestellt. Das Innere der Kathedrale wurde 1701/04 von Pietro Mano im reichsten Barockstil gestaltet.
Im Jahr 1945 brannte die Kathedrale vollständig nieder. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1967 wurde sie eingeweiht. In den Jahren 1987/88 wurde der Chor nach dem Entwurf von H. Elsesser. Im Jahr 2006 erhielt die Kathedrale im Rahmen der Renovierungsarbeiten einen neuen, hellen Außenanstrich in Anlehnung an die ursprüngliche Farbgebung.  Im Jahr 2011/12 wurde der Innenraum komplett renoviert und neu gestaltet. Ich persönlich war von der Kathedrale nicht sehr beeindruckt, aber das ist meine persönliche Meinung – ich finde, es gibt schönere Kirchen in der Stadt. Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es in Würzburg über 60 Kirchen.

Würzburger Dom St.-Kilian

Würzburger Dom St.-Kilian

In der Nähe der Kathedrale befindet sich die Grafeneckart. Die Grafeneckart ist der älteste Teil des Würzburger Rathauses. Der ursprünglich bischöfliche Amtssitz mit seinem romanischen Turm ist zusammen mit dem Wenzelsaal aus dem 13. Jahrhundert der älteste Profanraum der Stadt. Im Jahr 1256 wurde in Würzburg erstmals ein Stadtrat erwähnt. Die Bürgerinnen und Bürger sind also maßgeblich an der Verwaltung der Stadt beteiligt. Im Jahr 1316 erwarben der Bürgermeister und der Rat die Grafeneckart, ein sichtbares Zeichen für das Streben der Bürger nach Unabhängigkeit vom bischöflichen Landesherrn. Der Grafeneckart ist heute der älteste Teil des Rathauses, das im Laufe der Jahrhunderte ständig erweitert wurde. Das 1659/60 im Stil der Spätrenaissance errichtete rote Gebäude grenzt im Westen an die Grafeneckart und im Norden an das säkularisierte Kloster der Karmeliterinnen, das im 19. Jahrhundert von der Stadt erworben wurde. Bei der Bombardierung am 16. März 1945 überlebten nur Grafeneckart und die Fassade des roten Gebäudes. Direkt vor dem Grafeneckart befindet sich ein barocker Vierröhrenbrunnen, der um 1765 von L. v. d. Auvera und Peter Wagner geschaffen wurde.

Grafeneckart

Grafeneckart

Eine weitere Sehenswürdigkeit, an der wir vorbeikamen, war die Alte Brücke über den Main. Hier gibt es einen Treffpunkt für Jung und Alt, man kann etwas trinken, sich unterhalten und die tolle Aussicht auf die Festung Marienberg genießen. Es wird vermutet, dass die erste steinerne Brücke in Deutschland um 1120 an der heutigen Stelle gebaut wurde. Im 15. Jahrhundert wurde aufgrund zunehmender Schäden der Bau einer neuen Brücke durch den Baumeister Hans von Königshofen beschlossen. Die Pfeiler wurden zwischen 1476 und 1488 fertiggestellt. Die Verbindung zwischen den Pfeilern wurde aus Holz hergestellt. Um die Unterhaltskosten für die Holzkonstruktion zu sparen, wurden die Bögen ab 1512 aus Stein gebaut. Während der Barockzeit wurden die Tore und Türme der Brücke abgerissen. Um 1730 wurde die Brücke mit den charakteristischen barocken Heiligenfiguren von 4,5 m Höhe bereichert. Die Figuren, die bereits 1912 einmal gebrochen und für den Straßenbau verwendet worden waren, wurden in der Bombennacht 1945 schwer beschädigt, konnten aber wieder aufgebaut werden.

Alte Mainbrücke

Alte Mainbrücke

Wir sind an all diesen Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren, weil wir auf dem Weg zur Festung Marienberg waren. Ich kann Euch mit beiden Händen empfehlen, dort hinaufzugehen und zu Fuß zu gehen. Wir wählten den Weg nach oben über eine Treppe… angeblich war es der kürzere Weg, aber wir brauchten Pausen bis wir oben ankamen. Natürlich gab es auch Bänke, die auf dem Weg nach oben aufgestellt waren! Der Blick auf die Stadt vom Fort aus ist jedoch atemberaubend! Erstaunlich, wunderschön, über die ganze Stadt – nur einmal! Ich kann auch nur empfehlen, an einer Führung durch die Festung teilzunehmen – es lohnt sich auf jeden Fall, und man bekommt Dinge zu sehen und zu verstehen, die sonst für Menschen unzugänglich sind. Das Ticket kostet 4 Euro pro Person und die Fahrt dauert etwa 1 Stunde.

Marienberg

Marienberg

Eines der eindrucksvollsten Einzelbauwerke der Festung Marienberg in Würzburg ist der Mashikuliturm. Sie wurde 1724-29 von Balthasar Neumann nach Plänen des Mainzer Hofbaumeisters Maximilian von Welsch erbaut und zählt zu den markantesten Festungsbauten in Deutschland. Ebenso beeindruckend ist die 200 m lange unterirdische Kassette, die den Turm mit der Hauptburg verbindet.

Mit ihrer reichen historischen Vergangenheit und ihrem stolzen Erscheinungsbild ist die Festung Marienberg eines der eindrucksvollsten Baudenkmäler der Antike. Die Geschichte der Bergfestung erstreckt sich über drei Jahrtausende. Bereits 1000 v. Chr. gab es an der Stelle der heutigen Festung eine keltische Zuflucht. Den Kern der späteren Burganlage bildet die 706 geweihte Marienkirche, der früheste Sakralbau östlich des Rheins. Die Burg wurde 1201 gegründet (die Festung stammt aus dieser Zeit) und war von 1253 bis 1719 die Residenz der Fürstbischöfe von Würzburg.

Marienberg

Marienberg

Die von einem mittelalterlichen Ring umgebene Hauptburg wurde um 1600 zu einem Renaissanceschloss umgebaut; aus dieser Zeit stammen die Echterbastei und das Brunnenhaus, das als eines der schönsten Beispiele fränkischer Renaissancearchitektur bezeichnet werden kann. Nach der Eroberung durch die Schweden im Jahr 1631 wurde das Schloss zu einer barocken Festung umgebaut und der Fürstliche Garten angelegt, der im Sommer kunstvoll bepflanzt ist und einen herrlichen Blick auf die Stadt bietet.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bezog das Fränkische Hauptmuseum, das heutige Museum für Franken, seine Räumlichkeiten im barocken Zeughaus. Es zeigt eine herausragende Sammlung fränkischer Kunstwerke, darunter die weltberühmten Skulpturen von Tilmann Riemenschneider. Außerdem gibt es eine prähistorische Sammlung, Zeugnisse der fränkischen Weinkultur und eine volkskundliche Abteilung.

Im Ostflügel befindet sich das Museum für Franken im Fürstenbau mit den Wohnräumen der Fürstbischöfe, der Schatzkammer und einer Abteilung zur Würzburger Stadtgeschichte.

Von St. Burkard aus führt ein reizvoller Wanderweg zur Festung Marienberg. Außerdem sind die Festung Marienberg über die Tellsteige sowie das Gelände der Landesgartenschau 1990 zu Fuß zu erreichen.
Die vollständige Renovierung und Neugestaltung der Festung Marienberg wird voraussichtlich bis 2026 andauern. Die Restaurants in der Burg sind geschlossen, aber der Pavillon bleibt geöffnet und bietet Erfrischungen an.

Würzburg

Würzburg

Natürlich gibt es in Würzburg noch mehr zu sehen, aber einen Besuch der Stadt kann ich nur empfehlen.