In Bayern und in Deutschland im Prinzip gibt es sehr viele gut erhaltene Schlösser, die man besuchen und besichtigen kann. So ein Schloss ist das Schloss Linderhof in Ettal oder die so genannte ‚Königliche Villa‘ von dem bayerischen König Ludwig II. Wir wollten schon seit langem hinfahren, aber irgendwie sind wir nicht dazu gekommen. Ein Wochenende aber haben wir uns dafür entschieden und am Samstag gleich in der Früh Richtung Ettal gefahren.

Schloss Linderhof

Schloss Linderhof

Das Schloss befindet sich ca. 140 km. südlich von uns in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Die Fahrt mit dem Auto dauert ca. 2 Stunden, je nach Verkehr. Dort ist auch alles beschildert und man kann sich nicht verfahren. Zum Parken gibt es sehr großer Parkplatz und wir haben knapp 3 (genau 2,40 €) Euro für den ganzen Tag bezahlt.

Alles war gut organisiert wegen der Corona. Also keine Sorge.

Der Schlosspark

Der Schlosspark

Nachdem wir geparkt haben, sind wir Richtung Eingang gegangen. Das Schloss Linderhof ist nicht nur ein Schloss, sondern auch eine riesige Parkanlage zu dem Schloss. Man kann dort wirklich den ganzen Tag nur beim Spazierengehen verbringen und das ist nicht übertrieben. Am Eingang vor der Schlossanlage haben wir uns Tickets für eine Schlossbesichtigung mit Führung gekauft. Ein Ticket kostet 7,50 Euro und ich muss sagen, es lohnt sich auf jeden Fall. Wenn man aber nur das Schloss von außen sehen möchte und nur spazieren möchte, muss man kein Ticket kaufen, da die Anlage kostenlos ist.

Der Schlosspark

Der Schlosspark

An die Kasse wurde uns die Zeit für die Führung genannt.

Es war so einen schönen sonnigen Tag, und das Betreten von der Anlage hat in mir so ein schönes Gefühl aufgeweckt. Man kann sehr schön und lange dort spazieren gehen, da es die Möglichkeit gibt. Es gibt auch genug Bäume, die Schatten in sonnigen Tagen anbieten.

Schlossgarten

Schlossgarten

Wir sind durch den Park gegangen und auf einmal stand das Schloss mit der Fontaine auf die Südfassade und Blick zu dem Venustempel.

Dieses Schloss wurde von 1870 bis 1886 im Still des Neorokoko gebaut. Für ein Schloss ist das Gebäude ziemlich klein, deswegen nennt man ihn auch die ‚Königliche Villa‘. Es ist auch das kleinste der drei Schlösser (Neuschwanstein und Herrenchiemsee)  von dem König Ludwig II und auch das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde. In diesem Schloss hielt sich der König am häufigsten auf, bis zu 2 Wochen pro Monat, was auch sehr viel für ihn war.

Schlossgarten

Schlossgarten

Wir haben die gebuchte Führung im Schloss gemacht und das hat uns sehr gut gefallen. Da wir drin keine Fotos machen dürften, kann man im Internet einige sehen, wenn man Interesse daran hat.

Das Schloss ist nicht so mega groß und wurde damals anstelle des sogenannten ‚Königshäuschens‘ von dem Königsvater Maximilian II errichtet. Es gibt im Obergeschoss Wohnräume, zwei große Säle, vier hufeisenförmige Kabinette, je ein ovales Ess- und Arbeitszimmer, ein wunderschönen Spiegelsaal. Es gibt natürlich auch Schlafzimmer. Da der König Ludwig II ein sehr großer Bewunderer von dem Sonnenkönigs war, wurde vielen davon beeinflusst.

mit Blick zum Venustempel

mit Blick zum Venustempel

Das Schlafzimmer z.B. war der größte Raum im Schloss. Es gab ein sehr großes Bett im Blau. Wie in Versailles konnte man eine Abtrennung des Bettteils von dem Rest des Raumes sehen. Das erlaubte die erste und die letzte Audienz eines Tages am Bett zu halten, wie es der Sonnenkönig tat.

Fontain

Fontain

In alle Zimmern gab es Gobelin, die Wände und ziemlich alles sah mit viel Gold geschmückt aus, aber tatsächlich in dem ganzen Schloss wurden nur ca. 4-5 kg. Gold verbraucht. Es gab Kronenleuchte, in den Kabinetten gab es Porträts von französischen Höflinge und Adliger z.B. Madame de Pompadour und Madame Dubarry. Auch viel meißner Porzellan.   In dem Speisesaal gab es Tischleindeckdich d.h. dass der Tisch des Esszimmers durch ein Mechanismus nach unten in die Küche gelassen werden konnte. Dort wurde er gedeckt und in Handarbeit wieder nach oben gefahren, so dass der König ohne die Anwesenheit seiner Bediensteten speisen konnte. Solches Tischleindeckdich gibt es auch auf Herrenchiemsee.

Schlossgarten

Schlossgarten

Außerdem gab es Kaminen im jedem Zimmer, die aber nie einen Feuer gesehen haben. Damals wurde das Schloss durch die warme Luft von unten geheizt. Also diese Kaminen waren nur so zu sagen als Dekoration.

Der Schlossgarten wurde zwischen 1874 und 1880 von dem beauftragten von Ludwig II Carl von Effner angelegt. Die ganze Parkanlage verbindet verschiedene Gartenformen.

Schlossgarten

Schlossgarten

Es gibt einen formalen Garten. Das ist ein Garten, der geometrischen Formen aufweist und meist symmetrisch angelegt ist. Natürlich dort in einem Barock- und Rokokostil. Der Garten ist kreuzförmig und der Mittelpunkt von diesem Kreuz bildet das Schloss mit dem großen Bassin (künstlich angelegten Wasserbecken) davor, aus dem eine bis 22 m. hohe Fontäne schießt. Auf der Anhöhe der Terrassenanlage gibt es ein kleiner Venustempel.

Schlossgarten

Schlossgarten

Auf der Anhöhe hinter dem Schlafzimmer gibt es eine Kaskade, die im sogenannten Neptun-Brunnen endet. Dort befand sich diese Kaskade zu dem Zeitpunkt von unserem Besuch in Renovierung.

Neptun Brunnen

Neptun Brunnen

Wenn man sich genau über die Geschichte des Schlosses und des Parks interessiert, kann natürlich viel in den Büchern und im Internet nachlesen.

Blick vom Neptun Brunnen

Blick vom Neptun Brunnen

Allerdings lohnt sich auf jeden Fall eine Schlossbesichtigung. Der Spaziergang im Schlossgarten ist auch sehr angenehm. Man kann dort einen sehr schönen und erholsamen Tag verbringen und ein bisschen Geschichte erleben.

Das Wetter muss aber auch mitspielen. Am besten, wenn die Sonne schön scheint und warm ist.

Schloss Linderhof

Schloss Linderhof

Natürlich das ist eine Geschmacksache, aber würde ich nur empfehlen.

Falls man hungrig wird und ein wenig sich verstärken möchte, gibt es solche Möglichkeit beim Eingang. Dort kann man Kaffee trinken, Kleinigkeit essen, sogar sich ein Souvenir holen.

Auf dem Rückweg nach Hause haben wir einen kleinen Stopp bei der Benediktinerabtei in Ettal gemacht. Das Kloster Ettal ist eine Benediktinerabtei und wurde vom Kaiser Ludwig im Jahr 1330 gegründet.

Benediktinerabtei

Benediktinerabtei

Dort haben wir die Barockkirche mit Kuppelfresko besucht. In diesem Kloster wird Bier gebraut, sowie leckere Liköre gemacht. Wir haben natürlich welche gekauft und gekostet.

Benediktinerabtei

Benediktinerabtei

Es gibt auch Buchhandlung, Kunstverlag, Hotel, Gasthöfe und kleinere Wirtschaftsbetriebe. Während der Coronakrise wurden in der Destillerie Desinfektionsmittel für Krankenhäuser produziert.

Die Barokkirche

Die Barokkirche

Wenn man Lust und Zeit hat, kann man natürlich eine Führung durch die Brauerei und die Destillerie machen. Vorher natürlich muss man sich darüber informieren und anmelden.

Die Barokkirche

Die Barokkirche

Fazit: wir haben einen sehr schönen Tag in Ettal verbracht. Auf jeden Fall ist eine Fahrt dorthin wert. Egal ob man das Schloss besuchen möchte, nur in dem Schlossgarten spazieren gehen möchte, oder einfach Bier in dem Kloster trinken möchte – hat man auf jeden Fall einen schönen und erholsamen Tag. Das können wir nur empfehlen!